Tag der Befreiung

Die zerstörte Neusser Innenstadt, 1945, Blick über den Markt Richtung Wasserturm

 

Mit der Unterzeichnung der bedingungslosen Kapitulation der deutschen Wehrmacht endete vor 75 Jahren, am 8. Mai 1945, der vom Deutschen Reich ausgelöste Zweite Weltkrieg, der in Neuss bereits Anfang März mit dem Einmarsch der amerikanischen Streitkräfte sein Ende gefunden hatte.

 

Allein in Deutschland waren über 6,3 Millionen Menschen Opfer von Verfolgung, Völkermord, Kampfhandlungen, Bombenkrieg, Flucht und Vertreibung geworden, weltweit verloren über 60 Millionen Menschen ihr Leben.

 

In seiner historischen Rede zum 40. Gedenken an das Kriegsende benannte Bundespräsident Richard von Weizsäcker 1985 schonungslos und offen die deutsche Verantwortung und begründete mit seinen Worten unsere heutige Erinnerungskultur: „Der 8. Mai [1945] war ein Tag der Befreiung. Er hat uns alle befreit von dem menschenverachtenden System der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft."

 

Auch in Neuss wurden unzählige Menschen wegen ihrer politischen Überzeugung, ihrer Herkunft oder ihres Glaubens verfolgt, allein über 200 Neusser*innen jüdischen Glaubens mussten fliehen, wurden deportiert und ermordet. Im Bombenkrieg starben in Neuss 837 Menschen, Einheimische, ausländische Arbeiter*innen und Kriegsgefangene.

 

Das Stadtarchiv Neuss fühlt sich mit seiner historischen Bildungsarbeit dem durch von Weizsäckers geprägten Verständnis der Erinnerungskultur verpflichtet: „Wir müssen die Vergangenheit annehmen."

 

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