Stadtchronik

Die Steinzeit

Die Steinzeit
3000-1800 v. Chr. Vereinzelte Funde aus der jüngeren Steinzeit
800-100 v. Chr. Vereinzelte Funde aus der Eisenzeit, der sog. Niederrheinischen Grabhügelkultur

Die Römerzeit

Die Römerzeit
16 v. Chr. Das erste römische Legionslager (von insgesamt zwölf) auf Neusser Boden
nach 16 n. Chr. Novaesium in die römische Befestigungslinie am Rhein einbezogen (Niedergermanischer Limes)
um 30 20. Legion (Valeria Victrix) von Köln nach Neuss verlegt
43 20. Legion nach Britannien versetzt
69/70 Bataver-Aufstand – Zerstörung der Legionsfestung Novaesium
1./2. Jahrhundert Römische Zivilsiedlung Novaesium (Heute unter dem südlichen Teil der Altstadt)
3./4. Jahrhundert Gräberfeld (Heute im Bereich der Quirinuskirche)
4. Jahrhundert Spätrömische, frühchristliche Kapelle (Heute unter der Quirinuskirche)
359 Kaiser Julian lässt das 355 von den Franken zerstörte Kastell Novaesium wiederherstellen

Die Fränkische Zeit

Die Fränkische Zeit
um 400 Neuss in der Hand der Franken
804 Ludwig, Sohn Karls des Großen, setzt mit Heeresmacht bei Neuss über den Rhein
863 Die Normannen dringen bis zum Kastell Novaesium vor
881 Die Normannen zerstören das Kastell Niusa

Die Zeit der Ottonen

Die Zeit der Ottonen
Ende 10. Jahrhundert Benediktinerinnenkloster zu Neuss
11. Jahrhundert Äbtissin von St. Quirin ist Heilewig, Nichte Kaiser Ottos III., Bau einer Quirinuskirche mit Krypta und eines Klosters mit Kreuzgang
1043 Kaiser Heinrich III. schenkt der Quirinuskirche Hof und Weinberg in Boppard
1062 Kaiser Heinrich IV. in Neuss

Neuss erzbischöfliche Stadt

Neuss erzbischöfliche Stadt
1074 Neuss im Besitz des Erzbischofs von Köln
1181 Gründung des Oberklosters der Augustiner-Chorherren vor dem Obertor
1190 Kaiser Heinrich VI. bestätigt Neuss (hier erstmals Stadt genannt) Zollfreiheit zu Kaiserswerth
1201 In Neuss legt König Otto IV. für den Papst den Treueid schriftlich ab
1209 Magister Wolbero beginnt den Bau der spätromanischen Quirinuskirche
1217-1219 Neusser beim fünften Kreuzzug in Portugal und Ägypten
1228-1232 Erzbischof Heinrich verleiht das Neusser Stadtrecht an Rees, Xanten und Rheinberg
1234 Niederlassung der Minderbrüder des hl. Franz von Assisi (Minoriten) an der Oberstraße
um 1250 Stadtbefestigung mit fünf Torburgen
1255 Neuss tritt dem Rheinischen Städtebund bei
1259 Erzbischof Konrad von Hochstaden gibt eine neue Stadtverfassung und gewährt Rechte und Freiheiten
1283 Gründung des Klarissenklosters
1284 Tile Kolup, der falsche Kaiser Friedrich, hält in Neuss Hof
1366 Neuss in den Landfriedensbund zwischen Rhein und Maas aufgenommen
1372 Verlegung der kurfürstlichen Rhein-Zollstätte von Neuss nach Zons
1415 Gründung der Sebastianus-Bruderschaft der Schützengesellen (seit 1803 Neusser Scheibenschützen)
1439 Stiftung des Klosters Marienberg am Glockhammer
1449 Erzbischof Dietrich II. bewilligt Neuss einen Wochenmarkt
1451 Niederlassung der Zellenbrüder, der Alexianer, an der Brückstraße bezeugt
1456 Abteilung der Erft (durch Bau der Obererft) in Krur und den Stadtgraben
1460 Dietrich II. setzt vierundzwanzig „Gemeinheitsfreunde“ als Vertreter der Gemeinde ein zur Mitverantwortung und Kontrolle bei der Stadtverwaltung

Auf der Höhe der Macht

Auf der Höhe der Macht
1474/1475 Zehnmonatige Belagerung durch Karl den Kühnen Herzog von Burgund, Kaiser Friedrich III. zieht in Neuss ein, bestätigt und erweitert die Privilegien der Stadt, welche unter anderem die Rechte einer Hansestadt sowie das Recht erhält, Münzen zu prägen und den goldenen Reichsadler im Wappen zu führen
1483 Pest in Neuss
um 1550 Die ersten Anhänger der Reformation in Neuss

Truchsessischer Krieg

Truchsessischer Krieg
1585 Truchsessischer Krieg – Die Stadt wird vom Grafen von Neuenahr, Anhänger des abtrünnigen Erzbischofs und Kurfürsten Gebhard von Truchseß, überrumpelt, geplündert und besetzt
1586 Belagerung durch Herzog Alexander Farnese von Parma – Erstürmung der Stadt, die durch einen Brand größtenteils zerstört wird – Einschränkung der Selbstverwaltung durch kurfürstlichen Vogt
1591 Niederlassung der Jesuiten
1597 Errichtung des Vogt- und Dinghauses "Zu den heiligen Drei Königen" am Freithof (jetzt Münsterplatz).
1604 Bau des Hauses „Zum schwatten Roß“ auf dem Büchel
1616 Eröffnung des Jesuitengymnasiums im ehemaligen Minoritenkloster an der Oberstraße
1634-1638 Bau eines neuen Rathauses (1944 zerstört)
1635 Hexenprozeß
1637 Errichtung der Observanten-(Franziskaner-)Kirche am Markt, des heutigen "Zeughauses"

Von der Hessenzeit bis zum Ende des Ancien Régime

Hessenzeit
1642 Einnahme der Stadt durch Hessen und Franzosen
1648 Im Westfälischen Frieden wird Neuss bis zur Erfüllung der Bedingungen zur Pfandstadt erklärt
1649 Erste Fußwallfahrt von Neuss nach Kevelaer
1651 Abzug der Hessen
1671 Neuss von Franzosen besetzt
1672 Bau der Zitadelle – König Ludwig XIV. von Frankreich trifft in Neuss mit dem Kölner Kurfürsten Max Heinrich zusammen
1677 Kurkölnische Besatzung
1679 Erstürmung durch französische Truppen
1689-1697 Brandenburgische Besatzung – Kurfürst Friedrich III. von Brandenburg in Neuss
1693 Erste regelmäßige Personenfahrpost Köln-Neuss-Nimwegen (Amsterdam)
1701-1715 Im Spanischen Erbfolgekrieg wird die Stadt nacheindander von Franzosen, Preußen, Holländern, Engländern und Reichstruppen besetzt
1741-1748 Im Österreichischen Erbfolgekrieg besetzen Franzosen, Hannoveraner, Holländer, kurfürstliche und kaiserliche Truppen Neuss
1741 Quirinusmünster durch einen Brand schwer beschädigt – Die gotischen Spitzhelme auf Westturm und Ostturm, die Vierungstürme sowie die Zwerggalerien werden nicht mehr aufgebaut
1742 Das Münster erhält eine barocke Kuppel mit dem Standbild des Stadtpatrons St. Quirin
1758/59 Nach der Schlacht bei Krefeld besetzen Franzosen und Hannoveraner die Stadt
1771 Neuss hat 3.500 Einwohner
ab 1790 Anfänge einer Textilindustrie

Franzosenzeit

Franzosenzeit
1794 Einmarsch der französischen Revolutionsarmee – Zerstörung des Denkmals Kaiser Friedrichs III. auf dem Markt – Aufrichtung eines Freiheitsbaumes
1796 Beschlagnahme des Kirchengutes – Einbruch in das Stadtarchiv durch den Räuberhauptmann Fetzer
1801 Neuss kommt zum neugeschaffenen Bistum Aachen
1802 Aufhebung aller Klöster – Stiftungen und Einrichtungen zugunsten der Armen und Krankenpflege gehen in die Verwaltung einer städtischen Wohlfahrtkommission über
1805 Bildung einer evangelischen Gemeinde
1808-1810 Bau des Nordkanals als Verbindung zwischen Rhein und Maas
1810 Neuss einer der ersten Plätze der Welt für Rübenzuckerfabriken – Die Stadt zählt 6.400 Einwohner
1813 Preußische Truppen überschreiten den Rhein und überrumpeln die französische Besatzung in Neuss
1814 Kosaken rücken in Neuss ein – Errichtung des Generalgouverments Niederrhein – Zar Alexander von Rußland in Neuss

Neuss bei Preußen

Neuss bei Preußen
1815 Neuss kommt zu Preußen und wird Garnison (bis 1864)
1820 Die erste Dampfmaschine in einer Ölmühle in Betrieb genommen
1823 Wiederbelebung des Schützenfestes durch die 1801 neugegründete Junggesellen-Solidarität.
1825 7.000 Einwohner
1826 Gründung des Neusser Intelligenzblattes (seit 1870 Neusser Zeitung, mußte 1942 Erscheinen einstellen)
1835-1837 Erster Ausbau des Rhein-Erft-Hafens
1844 Gründung des Städtischen-Männergesangvereins
1848 Bildung eines Demokratischen Klubs und eines Bürgervereins – Demokratische Versammlung mit Lasalle und Gräfin Hatzfeldt auf den Rheinwiesen
1853 Eisenbahn Neuss-Aachen, Dampfschiffverbindung Neuss-Düsseldorf (bis 1891)
1859 Adolf Kolping beim Neusser Gesellenverein
1860 Die Stadt zählt 10.000 Einwohner
1861 Industrie- und Handelskammer in Neuss – König Wilhelm I. von Preußen und Königin Augusta besuchen die Stadt
1867 Einweihung der Synagoge in der Promenadenstraße (zerstört 1938)
1874 Gründung der Neuss-Grevenbroicher Zeitung
1875 Neusser Reiter- und Rennverein – Erste Rennen auf den städtischen Wiesen vor dem Hessentor – Städtisches Gymnasium vom preußischen Staat übernommen
1878 Post- und Telegrafenbetrieb im neuen Postamt eröffnet
1879 Neuss Sitz eines Amtsgerichts
1881 Bildung der Freiwilligen Feuerwehr
1881-1883 Ausbau des Hafens – Der erste Dampfkran
1885 20.000 Einwohner
1886 Neubau des Königlichen Gymnasiums in der Breiten Straße

Von der Agrarstadt zur Industriestadt

Von der Agrarstadt zur Industriestadt
seit 1890 Umfangreiche Industrieansiedlungen im Hafengebiet
1894 Neusser Volksbadeanstalt (Stadtbad) – Einrichtung einer Krawatten-
1897 Erster Rhein-See-Dampfer im Hafen
1899 Der erste Stadtgarten wird angelegt – Restaurierung des Quirinusmünsters
1904 30.000 Einwohner – Eröffnung der Städtischen Realschule – Bau des Städtischen Elektrizitätswerkes
1904-1908 Ausbau des ersten Hafenbeckens und der Ring- und Hafenbahn
1906 Einweihung der ev. Christuskirche – Gewerbliche Berufsschule – Bank für Handwerk und Gewerbe
1912 Eröffnung des Clemens-Sels-Museums am Markt – Neuordnung des Stadtarchivs
1913 Der Hafen erreicht mit 1 Million Tonnen den höchsten Vorkriegsumschlag

Erster Weltkrieg und Weimarer Republik

Der erste Weltkrieg
1914 Brand des Westturmes des Quirinus-Münsters – Kriegsausbruch
1917 Die einzige über Neuss abgeworfene Fliegerbombe trifft die Kirche des St.-Josephs-Klosters
1918 Am 5. Dezember wird Neuss durch belgische Truppen besetzt – Grippeepidemie fordert zahlreich Opfer
1919 Stadtverordnetenwahlen nach neuen Bestimmungen
1923 Ruhrkampf – Neuss von französischen Truppen besetzt – 43.000 Einwohnern, 10.000 Arbeitslose –Abwehrmaßnahmen der Bürgerschaft gegen die Separisten
1925 Jahrtausendfeier der Rheinlande – Gründung des Rheinischen Städtebund-Theaters mit Sitz Neuss
1926 Abzug der belgischen Besatzung
1929 Auflösung des Landkreises Neuss – Neue Rheinbrücke dem Verkehr übergeben

NS-Zeit und Zweiter Weltkrieg

Der zweite Weltkrieg
1933 Machtergreifung der Nationalsozialisten – Reichstagswahl: NSDAP 11.433, Zentrum 11.238, KPD 5.465, SPD 1.945, DNVP 1.597 – Gleichschaltung der Behörden, Organisationen, Verbände und Vereine
1934 Oberbürgermeister Henrichs muß sein Amt niederlegen; sein Nachfolger wird Wilhelm Gelberg – NS-Übergriffe gegen kirchliche Organisationen und Einrichtungen
1935 Verbot außerreligiöser Betätigung und außerkirchlichen Auftretens der konfessionellen Jugendverbände
1938 Pogromnacht vom 9. November: Zerstörung und Beseitigung der 1866/67 erbauten Synagoge
1939 Kriegsbeginn – Die Stadt hat 60.000 Einwohner
1940 Der erste von insgesamt 136 Luftangriffen auf die Stadt – Bau von vier Luftschutz-Hochbunkern – Erfolgloser Versuch der Eingemeindung durch die Stadt Düsseldorf über den Gauleiter Florian
1941 Die Geheime Staatspolizei durchsucht die Pfarrbüchereien nach nichtreligiöser und „staatsfeindlicher“ Literatur und beschlagnahmt Buchbestände
1942 Ein Sohn der Stadt Neuss, Dr. Joseph Frings wird Erzbischof von Köln. Erstes Pontifikalamt im Neusser Quirinusmünster– Neusser Zeitung muß ihr Erscheinen einstellen.
1944 Quirinusmünster von einer Sprengbombe getroffen und auf das schwerste beschädigt – Zerstört werden durch Luftangriffe das Städtische Krankenhaus Preußenstraße, das Kamillushaus und das Alexianerkrankenhaus mit den Kirchen, die Kirchen Immaculata und Marienberg, Josephskloster und Annastift, am 31. Dezember auch das historische Rathaus und mittelalterliche Bürgerhäuser – Sechs Großangriffe dieses Jahres fordern 537 Tote und 544 Verletzte, 833 Häuser werden zerstört.

Kriegsende

Kriegsende
1945 Amerikanische Truppen besetzen die Stadt – Rheinbrücken werden gesprengt – Am 2. März ist Neuss von den Amerikanern besetzt – Rund 30 Prozent des Vorkriegsbestandes an Wohn- und Fabrikgebäuden wurden zerstört – Ende April: Engländer übernehmen die Stadtkommandantur – Hafendirektor Nagel wird zum Oberbürgermeister berufen
1946 An Stelle des Bürgerausschusses tritt eine von der Militärregierung ernannte Stadtvertretung – Gemeindeverfassung nach britischem Muster – Stadtverordneter Dr. Schmitz Oberbürgermeister, Dr. Nagel Oberstadtdirektor – Volkszählung ergibt 54.823 Einwohner – Kaufmann Alfons Frings (CDU) zum Oberbürgermeister gewählt
1948 Stadtratswahl nach dem Verhältniswahlrecht: CDU 12.215 Stimmen (15 Sitze), SPD 7.867 (10), FDP 2.526 (3), KPD 2.220 (3), Zentrum 1426 (2)

Nachkriegszeit

Nachkriegszeit
1949 Wiederaufbau des Quirinusmünsters beendet
1950 Kardinal Frings Ehrenbürger von Neuss – Das Rheinische Landestheater verlegt seinen Sitz nach Neuss
1951 Neue Rheinbrücke dem Verkehr übergeben
1954 Rathaus-Neubau am Markt vollendet
1956 Einweihung des Neubaus des naturwissenschaftlichen, neusprachlichen Theodor-Schwann-Gymnasiums
1961 Eröffnung der Stadthalle
1963 Neuss wird mit 100.000 Einwohnern Großstadt
1984 Die Stadt Neuss begeht ihre 2000-Jahr-Feier
1999 Erste Direktwahl eines hauptamtlichen Bürgermeisters